Schwedische Neofaschisten in Aktion – Die Schwedendemokraten

Wie den meisten wohl schon bekannt ist, schafften die neofaschistischen Schwedendemokraten es, mit 5,7 % in den schwedischen Reichstag einzuziehen. Dieses Jahr gab es auch keine absolute Mehrheit für die bürgerliche Allianz, bestehend aus den Konservativen, der liberalen Volkspartei, der Zentrumspartei und den Christdemokraten. Gemeinsam kam man auf 49,3 %, während die Rotgrünen, bestehend aus Sozialdemokraten, den Grünen und der Linkspartei nur auf 43,6 % kamen. Das wiederum macht die Neofaschisten zur Wippenpartei, was der bürgerlichen Minderheitsregierung schnell zum Verhängnis werden kann.

Das zeigte sich durchaus bei der Wahl zum Parlamentspräsidenten. Die Schwedendemokraten machten bis zum Ende ein Geheimnis daraus, ob sie für den rotgrünen oder den bürgerlichen Kandidaten stimmen. Letztlich stimmten sie bürgerlich, sodass die Allianz aufatmen konnte. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass es ohnehin für den bürgerlichen Kandidaten Per Westerberg gereicht hätte, da sich eine Representantin der Linkspartei während der Wahl auf der Toilette befand. Es war jedoch ganz klar zu sehen, wie schön eine solche Partei, gegen die es in den letzten Tagen einige Demonstrationen gab, ihre Macht demonstrieren kann.

Ein weiteres Exempel des leeren Oberstübchens der Neofaschisten bekam man beim Gottesdienst zur Eröffnung des schwedischen Reichstags zu sehen, als Bischöfin Eva Brunne in ihrer Predigt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kritisierte. Das gefiel Parteichef Jimmie Åkesson nicht und führte dazu, dass er mit einigen seiner Parteifreunde den Gottesdienst verließ.

In den kommenden Wochen und Monaten wird sich wohl zeigen, welche Rolle die Schwedendemokraten im schwedischen Parlament einnehmen. Bei der Wahl des Parlamentspräsidenten wurde jedoch deutlich, dass sie nicht davor zurückschrecken, ihre Macht zu demonstrieren. Weder die bürgerliche Minderheitensregierung noch die Rotgrünen sind daran interessiert, ihre Interessen mit Hilfe der Neofaschisten durchzuboxen, was mit Sicherheit einiges an Zusammenarbeit erfordern wird.

Hier nochmal das Video, welches die Schwedendemokraten im Wahlkampf nutzen wollten:

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